Krankheit als Weg? Eine Botschaft mit Fallstricken!

Gleich vorweg: man kann aus allem etwas lernen. Aus jeder Situation und allem, was einem im Leben begegnet. Somit auch aus Krankheiten. Doch derzeit gibt es einen Trend, der sagt, dass die Krankheit die Erweckung sei. Dass sie der Beginn des Weges ist. Dass man es nur genug wollen muss, dann geht das schon. Doch ist das Leben so? Und wenn Krankheit ein Weg ist, was bedeutet das dann für die, die daran leiden? Ist es gar notwendig krank zu werden, um den Aufstieg nicht zu versäumen? Dieser Beitrag ist eine Erinnerung daran, wie das Leben wirklich ist. Und dass es nicht will, dass man erkrankt. 

Krankheit

Es gibt einen grossen Unterschied zwischen der allopathischen Medizin, auch Schulmedizin genannt, und dem, was ganzheitlich denkende Menschen unter Krankheit verstehen. Im streng medizinischen System der Allopathie ist Krankheit etwas, das man wegmachen muss. Im System der ganzheitlichen Denkweise gibt es viele Ansätze. Krankheit als Weg, also als Weg aus der Krise, ist einer davon. Und während diese Idee ihre Berechtigung hat, hat sie eigenartige Auswüchse angenommen. 

Die Berechtigung

Eine alte Fabel erzählt davon, dass Gott im Himmel alle zusammenruft. Manchen schenkt er Gnade, andere straft er. Unter anderem auch den Arzt. “Aber warum?!” empört sich dieser. “Ich habe Menschen geheilt!”

“Eben,” antwortet Gott. “Ich sandte den Menschen Krankheiten, damit sie meine Botschaften verstehen, und du nahmst ihnen diese Chance.”

Auf diesem Gedanken baut die Lehre auf, dass in jeder Krankheit eine Botschaft steckt. Und viele Menschen, die erkannt haben, warum sie krank wurden, haben so auch ihren Weg wieder gefunden.

Mehr und mehr wurde der Sinn in der Sache gesucht, und das Heilwerden als Ausfluss des Erkennens geadelt. Das hat dazu geführt, dass Krankheit in ihrem Zweck überhöht wurde. Denn heute hat Krankheit viele Ursachen. Die Seele ist einer davon, doch es gibt Disruptoren, also Störfaktoren, die den Menschen auch krank machen. Ganz ohne Botschaft. Ganz ohne Grund oder Sinn. Vor diesen Disurptoren (mehr dazu im Buch “Die Zauberwelt der Emotionen” https://amzn.eu/d/0eYdi3Sy) kann man sich schützen – doch wenn sie schon Urständ gefeiert haben, dann hilft es nicht nach dem Grund zu suchen. Wenn sie der Grund sind, ist es wichtig sie loszuwerden.

Krankheit als Ruf – eine Botschaft mit Fallstricken

Viele Menschen, die eine Krankheit besiegt haben, haben daraus ihre Lehre gezogen. Manche haben daraus eine Lehre gemacht, frei nach dem Motto: “Ich konnte das besiegen, und du schaffst es auch, wenn du mir und meinem Wissen folgst.” Sie machen die Krankheit zum Symbol eines Kreuzzuges gegen den Fein in uns selbst. 

Und mehr und mehr führt das dazu, dass Menschen vergessen, dass das Leben auch andere Signale sendet. Dass man auch aus der Freude und dem Schönen lernen kann, ja sogar soll, wenn die Welt sich verändern soll. 

Krankheiten sind kein Ruf. Sie sind, wenn sie vom Leben kommen, ein Stopsignal. Eine letze Warnung frei nach dem Motto: “Was muss denn noch alles geschehen, damit du dich veränderst?!” Das bedeutet aber auch, dass man in diesem Fall lange nicht zugehört hat. Das ist die Lehre. 

Das, was Krankheit lehren kann, wenn die Seele sie als Ruf um Hilfe ausspeit, ist einfach das: seine Seele, sein Leben, seine wahren Bedürfnisse, Prinzipien und Werte zu leben. 

Ja, in diesem Fall ist Krankheit ein Signal. Krankheit kann auch ein Schicksal sein. Doch ein Ruf ist sie nie, oder nur in 2 unter Millionen Fällen. 

Warum nicht?

Weil das Leben freundlich ist. Es hat kein Interesse daran, Menschen zuerst zu zerstören, um sie danach wieder zusammen zu setzen. Stück für Stück, manchmal mehr schlecht als recht.

Eine Krankheit kann ein Ergebnis sein: eines ungesunden Lebenswandels, falscher innerer Einstellungen, ja sogar des Wunsches der Seele danach, hier nicht mehr sein zu müssen. Sie kann auch dann auftreten, wenn jemand seinem Ruf nicht (mehr) folgt. Aber nicht als Beginn – sondern als Ende der Fahnenstange. Wenn man nie und sehr lange nicht zuhört. Wenn man einfach nicht kann – mit den Veränderungen nicht zurecht kommt. Dann wird man krank.  

Doch wenn das Leben will, dass Menschen sich entfalten, fährt es in der Regel ganz andere Geschütze auf. Es lässt ihnen Hilfe angedeihen: von Menschen. Von Engeln. Von Feinheiten. 

Aber nicht durch Krankheiten. 

Warum das bedeutsam ist

Manchmal ist Krankheit einfach Schicksal. Manchmal ist sie eine Überlastung aufgrund von Umweltgiften. Natürlich kann man das als Signal an die Menschheit sehen, die Natur nicht noch mehr zu vergiften. Aber was hilft das dem Kranken? 

Jesus Christus hat die Menschen geheilt, ohne ihnen Vorhaltungen zu machen. Er hat sie geheilt, weil er sah, dass sie bereit waren. Verstanden hatten. Dass sie anderen eine Lehre sein konnten. 

Die Lehre aber ist nie: die Krankheit hat mich gelehrt. Denn Krankheit ist keine Lehre. Sie kann ein Weg sein, dich in die Erkenntnis zurück zu führen. Doch dazu braucht niemand erst krank zu werden. 

Denn das ist es ja, was diese Verheissungen implizieren: Krankheit sei DER Weg. Das ist falsch. Das wäre gemein. Das Universum ist so nicht. 

Und vergessen wir nicht: nicht jede Krankheit ist ein Signal. Doch vor allem ist das Universum freundlich – wir haben also einen zauberhaften Weg vor uns!


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