Wenn die Erde nicht mehr die Grenze ist, dann bekommt alles eine neue Weite. In einem Buch, das ich derzeit lese, betreibt die Heldin ein Inn, ein kleines Hotel, das als Treffpunkt für Wesen aus allen Galaxien dient. Weil die Erde auf einem Kreuzungspunkt liegt. Einem, der das Weiterreisen in 12 andere Universen ermöglcht. Ihre Schwester lebt auf einem anderen Planeten in einer anderen Galaxie. Mal eben auf einen Kaffee vorbei schauen? Unmöglich. Sich ständg hören? Unmöglich. Es ist wie einst hier auf Erden, ehe es Mobiltelefone gab, die Gespräche kostenfrei ermöglichten. Wer das Land verliess, war fort. Und doch waren Menschen nicht allein.
Alleinsein, also die Qual zu erdulden, dass man immer auf sich gestellt ist und niemand sich kümmert, ist eine relativ neue Erscheinung. Sie wurde uns Schritt für Schritt beigebracht. Indem man Beziehungen als problematisch, Kindheitswunden als Ursache für alles Schlechte im Leben dargestellt hat und vor allem mehr und mehr betonte, dass nur der Bruch die Befreiung bringt.
Aber ist Brechen Befreiung?
In meiner Erfahrung ist Befreiung so zu verstehen, dass nichts und niemand Macht über dich hat. Dass dein Glück, deine Freude, dein Vorrecht sind und dafür niemand seine Zustimmung geben muss. Du brauchst keine Erlaubnis.
Das bedeutet aber auch, dass du keine Anerkennung, Zustimmung suchen darfst. Denn dann wird das Leben zur Qual, dann kommt die leidende Haltung und irgendwann die Sucht. Sie sucht, einen Weg das Leid erträglicher zu machen. Während sie in Wahrheit alles verschlimmert.
Einsam sind Menschen nicht weil sie alleine sind. Einsam, leidend, sind Menschen, deren Bedürfnisse nicht genährt, gestillt werden. Und wenn nun die Tore der Wahrnehmung sich öffnen und wir neue Horizonte erreichen, betreten, dann wird es wichtig sein, diese falsche Bürde hinten zu lassen. Denn Alleinsein kann man, einsam sein nicht.
Alleinsein ist die Einladung an neue Wege, Optionen, Menschen, Erfahrungen in das eigene Leben. Nur Menschen, die sich öffnen, bekommen das?
Falsch.
Offenheit ist zu wenig, manchmal ist sie sogar falsch. Schädlich. Menschen, die neue Erfahrungen machen wollen, nehmen zuerst sich selber an.
Und daran scheitert es. An der Kompetenz Stille zu geniessen. Kein Handy, kein Fernseher. Kein Buch. Keine Ablenkung. Stille – wie sie bei der Gartenarbeit entsteht. Beim Gehen. In der Mediation. Im Sein. Im Tanz. Ja sogar im Singen.
Die Tore zu den Sternen, die Wege in die Zauberwelt öffnen sich dem, dessen Herz kräftig ist. Stark. Stärke ist eines der Grundgesetze des Universums. Sie bedeutet, dass man die Kraft hat dem Leben mit einem echten Lächeln zu begegnen. Dann verbindet sich die Seele mit dem Sein – und wird zauberhaft!
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